Informationsfolder Sarah Gielen
Im Laufe der jahrelangen Körperarbeit nach Reich habe ich erfahren wie mein Körper und meine Seele sich immer weiter öffneten und entspannten. Ebenso wie ich flexibler, Lust- und Genussfähiger wurde, haben auch meine Klarheit und Leistungsfähigkeit zugenommen.
In den körpertherapeutischen Einzelarbeiten habe ich erfahren, wie es sich anfühlt, wenn die Energie bis ins Becken frei fließen kann. Diesen supertollen Zustand habe ich im Alltag leider nicht halten können und bin immer wieder in alte Haltungsmuster mit viel Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich und seelisch in gestresster Enge zurück gefallen. Ich wusste wie gut es sich anfühlen kann und im Stehen habe ich es nicht hingekriegt. Ich wusste einfach nicht wie stehen und konnte auch nie lange stehen ohne Rückenschmerzen!
Ich war schon lange frustriert und ziemlich verzweifelt, weil wenn man es besser kennt, dann fühlen sich die alten Muster noch viel schmerzhafter an.
Dann bekam ich ein Buch zwischen die Finger „Tiger Feeling - Das sinnliche Beckenbodentraining“. Tiger Feeling und sinnlich klang gut. Ich las es und verstand: Für manche Leute ist es nicht ausreichend nur die Alten Blockaden in der Muskulatur aufzulösen. Sie müssen zudem ihre Tiefenmuskulatur und im besonderen die innerste Beckenbodenschicht aufbauen, mit deren Hilfe sie sich entspannt aufrecht halten und bewegen können, ohne die alten Verkrampfungen zu Hilfe nehmen zu müssen.
Für mich hieß das Cantienica lernen und am besten gleich so intensiv und gut, dass ich die Ausbildung gemacht habe und es unterrichte, denn das fordert mich selbst immer wieder im Training und im Prozeß zu bleiben.
Am Ende meiner Ausbildungszeit in Gestalttherapie fiel mir ein Buch in die Hände „Intuitive Körperarbeit“.
Ich dachte, „Intuitiv“ das hätte ich auch gerne!
Las es und dachte: „Das ist zu schön um wahr zu sein“. Mein nächster Gedanke war: „Das will ich wissen, ob das wirklich wahr ist“.
Ich telefonierte also erst mit dem Verlag, dann mit dem Autor und entschloß mich zur Teilnahme an einem seiner Workshops. Auf dem Workshop waren 18 Teilnehmer. Ich bin dort sehr hoffnungs- und erwartungsvoll, aber auch mit viel Vorsicht und etwas ängstlich hingefahren. Also einigermaßen aufgeregt.
Nach der 5. Einzelarbeit befand ich, dass der Typ OK sei und ich unbedingt auch so eine Einzel – Mattenarbeit probieren wolle und kam auch gleich dran.
Da lag ich dann in meiner Unterhose auf einer Matratze, neben mir der Therapeut und um uns herum 17 Leute. Hatte ich vorher noch gedacht dass ich mich auf keinen Fall dort ausziehe, so war ich jetzt überrascht davon, dass es mir gar nichts ausmachte und irgendwie überhaupt nicht wichtig war. Der Therapeut, ein großer und für meinen Geschmack sehr attraktiver Mann mit einer angenehmen tiefen Stimme redete ein bisschen mit mir und nahm dann meinen Kopf in seine Hände und massierte sanft und kräftig meine Kopfhaut. Ich fing an mich immer wohler zu fühlen und konnte ein entspanntes Seufzen nicht zurückhalten, gleichzeitig war ich mir sehr dieser doch „sehr ungewöhnlichen“ Situation bewusst – der Mann war mir fremd und die 17 Leute rundherum auch. Dann sagt er doch auch noch, wie als Antwort auf mein Wohligsein: “Ja, du bist eine Katze“! Und ich dachte: „Wenn dass meine Eltern sähen...“
Es war eine Gratwanderung zwischen die Kontrolle völlig loslassen und mich einfach an dieses wohlige Körpergefühl hingeben und gleichzeitig totaler Bewusstheit des Kontextes um mich herum und ja nicht die Kontrolle verlieren.
Später hat er dann noch ziemlich kräftig meinen Bauch massiert und an mehr erinnere ich mich nicht. Ich glaube, es war eher unspektakulär.
In der Nacht hatte ich den Durchfall meines Lebens. Ich dachte: „au weih, das Essen war schlecht ...“. Aber niemand anders hatte Probleme und wir waren alle gemeinsam essen gewesen. Mir ging es dann auch völlig gut.
Auf der Heimfahrt hatte ich zum ersten Mal im Leben das Gefühl etwas wert zu sein, liebenswert zu sein, nicht mehr und nicht weniger als andere auch. Und es war nicht nur mein Kopf der mir das sagte, sondern ich habe das in meinen Eingeweiden und in meinen Zellen gespürt. In dieser Intensität hat das ca. 6 Wochen angehalten. Danach hat es dann wieder Einbrüche gegeben. Aber es ist nie wieder ganz verschwunden.
Ich habe dann mit dieser Arbeit weiter gemacht. Sie hat mein Lebensgefühl und meinen realen Alltag so zum Guten und mehr glücklich sein verändert, wie bis dahin nichts anderes.